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Internationale Hilfsorganisation für Menschen und Tiere in Not

Lada oder Lambo?

Die Bude war relativ kalt.
Ich zog die Decke über beide Ohren und schlief schnell ein.
Mittlerweile saß die ostrumänische Kälte in meinen Knochen.
Ich wollte noch über so einige Dinge grübeln.
Ich aß Schokolade, ungesund und macht fett.
Die Müdigkeit siegte, ich glitt ins Lummerland.

Ich nahm die Sonnenbrille von den Innenspiegel meines weißen Lamborghini. Das edle Teil passte perfekt zu meinem Gesicht. Ein kurzer Blick in den Innenspiegel, passt. Ich sehe verdammt gut aus. Besser als Don Johnson in den 80er Jahren. Der Zwölfzylinder springt sofort an und die 580 Pferde tragen mich durch die Straßen.
Ich spüre die Kraft des Motors in meinem Kreuz. Die Sonne scheint und die Damen tragen kurze Röcke.
Ein schriller Warnton erklingt. Motorschaden? Nein, der Wecker klingelt und ich werde aus meinen Traum gerissen. Es ist 4.30 Uhr. Ich habe Kopfschmerzen und zwei Aspirin fliegen direkt in den Mund. Ich finde mich vor einem Spiegel in einen rumänischen Badezimmer wieder. Es ist kalt.

Etwas steckt in meiner Hand.
Ist es der Schaltknüppel meines Lambos?
Nein, es ist meine Zahnbürste. Wie kommt sie in meine Hand?
Wach endlich richtig auf , denke ich so zu mir selbst.
Heute ist ein wichtiger Tag.
Ich ziehe meine gute braune Hose an und braune Schuhe.
Ich verlasse mein Zimmer. Draußen sind keine Menschen. Alles ist dunkel. Die Scheiben meines Lamborghini sind zugefroren. Ich kratze die Frontscheibe frei.
Der Schlüssel geht nicht ins Loch. Verdammt, zugefroren!
Ich fummele irgendwie den Schlüssel da rein. Im Fahrzeuginneren lese ich das Wort Lada auf dem Lenkrad. Mist, kein Lamborghini. Mein Russischer Lada Niva springt sofort an. Ich kurbel das Fenster hinunter und parke Rückwärts aus.

Die Aspirin wirken. Ich blicke auf den Innenspiegel, eine dicke Hornbrille hängt dort.
Fette Gläser für einen fetten Hufschmied.
Im Spiegel erblicke ich einen alten Mann. Aufgedunsenes Gesicht und tiefe Falten unter den Augen.
Die Fahrt verläuft glatt. In der Tierklinik ist das Rolltor bereits weit geöffnet. In der Klinik riecht es nach frischen Kaffee.
Andreea kocht guten Kaffee. Ja, Andreea schreibt man hier wirklich mit zwei e.
Hast du nicht geschlafen, fragt mich die junge Tierärztin. Doch , antworte ich.
Nach und nach trudelt das ganze Team ein.
Mit zwei Sprintern geht es weiter. Über zwei Tonnen Grundnahrungsmittel an Bord.
Man wartet sehnsüchtig auf uns.
Ich werde nun das erste Mal dort auftauchen. Ich bin nervöse. Was erwartet mich dort?
Rückwärts fahren wir die Transporter an die Haupttür des Kinderheimes.
Kinder kommen heraus.
Das sind aber große Kinder, denke ich so zu mir selbst. Die Teenager fassen mit an. Alles geht schnell.
Die vielen Lebensmittel werden schnell verstaut. Ein Mädchen fragt mich ob ich der Markus sei.
Ja antworte ich. Ich bin Isabella, ich führe dich nun herum. Isabella ist witzig, ihre Geschichte aber nicht. Stolz zeigt sie mir alles. Sie führt mich in die Kantine und in die vielen Zimmer. Sie spricht wirklich sehr gut englisch. Ich verstehe jedes Wort.
Ich denke über die kleine Kantine nach, kaum zu glauben, dass nun hier täglich bis zu 300 Essen gekocht werden. Das Personal stellt sich vor. Köchinnen, Lehrerinnen usw. Alle nett. Alle irgendwie erleichtert uns live zu sehen.
Es geht hier nun weiter, keine Schließung, keine weinenden Kinder, keine verzweifelte Heimleiterin.

Ich habe einen fetten Umschlag dabei. Darin sind Verträge. Ich verschwinde mit meinem Team hinter einer Tür. Die Heimleiterin Julia stempelt und unterzeichnet fleißig. Sie redet in rumänischer Sprache. Mein Sozialarbeiter übersetzt mir alles. Letztendlich sind es Worte der Erleichterung und Danksagungen. Ich schaue in das Gesicht der Frau. Sie ist vom Stress gezeichnet.

Ich selbst bin völlig emotionalisiert, versuche meine Tränen zu unterdrücken. Es gelingt mir.
Ich sitze wieder im Sprinter. Es ist bereits dunkel. Ich rufe in Deutschland an. Teile meinem Team mit, dass wir nun die Betreiber eines Kinderheimes und einer Armenspeisung sind.

Die Rückfahrt ist anstrengend. Ich fahre an einem Rastplatz ran. Keine Kaffeebude , nur kaputte Müllkübel.
Der zweite Sprinter folgt mir. Wir steigen aus und reden, versuchen das Erlebte in Worte zu fassen. Es gelingt uns nicht wirklich.
Ich esse eine Weihnachtsmann aus Milchschokolade.
Das ist falsch, ich weiß.
An meinem ostrumänischen Zuhause angekommen wartet eine kalte Bude auf mich. Ich öffne mir eine Dose Erbsensuppe. Der Löffel gleitet in den kalten Matsch. Man, ist das lecker!
Ich genieße meine kalte Erbsensuppe.
Ein Signalton ertönt, ich wache auf. Auf dem Fußboden, neben meinem Bett, steht eine halbvolle Dose Erbsensuppe.
Ich habe diese Nacht nichts geträumt.
Auch nicht von einem Sportwagen.
Heute keine Kopfschmerzen, ich freue mich.
In der Tierklinik duftet es nach Kaffee. Ich bin der Letzte heute. Das ist ungewöhnlich.
Ich genieße meinen Kaffee und blicke dabei alle an.
Mein Sozialarbeiter schaut zu mir und stellt mir eine Frage.
Ist irgend etwas Markus?
Ja, ich muss euch etwas sagen.
Ein Lamborghini ist Mist. Er kann keinen Anhänger ziehen, es passt nichts rein und geländetauglich ist er auch nicht. Was soll ich damit?
Andreea schaut zu mir und fragt ob es mir gut geht.
Ja, antworte ich, es geht mir sehr gut.
Und außerdem werde ich heute keine Schokolade essen, denn Zuhause habe ich noch eine tolle Suppe.

Markus Raabe

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