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Internationale Hilfsorganisation für Menschen und Tiere in Not

Pferde leiden anders

Der Schweiß tropfte von seinem Bauch auf das kalte Erdreich.
Pferde leiden still. Sie haben besondere Bedürfnisse.
Corni ist ein Wallach, gerade einmal 8 Jahre alt.
Er kann lesen und schreiben. Und Pferdebesitzer wissen, was jetzt damit gemeint ist.
Sein Besitzer ist ein armer Typ. Das Geld für einen richtigen Hufschmied ist unerschwinglich. So beschloss er, selbst Hand anzulegen.
Er vernagelte sein eigenes Pferd. Ein barbarischer Akt, jedoch ohne böse Absicht.
Er benötigt ein arbeitsfähiges Pferd, um zu überleben. Und Corni benötigt einen arbeitsfähigen Besitzer, um zu überleben.
Die Penetration der Huflederhaut bei einem Pferd ist vergleichbar mit einer massiven Verletzung unserer Fingernägel. Es sind massivste Schmerzen, schlimmer als ein vereiterter Backenzahn.
Doch was nun? Es gibt weder einen Schmied noch einen Tierarzt in seinem Dorf. Und einen richtigen Pferdearzt gibt es dort ohnehin nicht. Und einen kostenlosen gibt es schon drei Mal nicht.
Und Geld ist auch keines vorhanden. Am zweiten Tag stand Corni nur noch auf drei Beinen. Eine septische Entzündung pulsierte in seinem Huf. Bereits jetzt wollte er schon nicht mehr sein Futter essen. Die Flanken pumpten nach Luft, die Rippen verkrampften sich und der Huf ist ein einziger Klumpen Schmerzen.
Die Körpertemperatur stieg und er schwitzte.

Wir können Ostrumänien nicht mit Deutschland vergleichen.
Besonders diese „Pferdekutschen-Tageslöhner“ sind die ärmsten Menschen dort. Kein fließendes Wasser. Lehmhütten, teilweise wie in Afrika. Keine richtigen Schuhe und man lebt vom Sammeln. Schrott, Müll oder sonstiges Gut. Lumpensammler nannte man diese Menschen vor ein paar Hundert Jahren.
Die Gesellschaft guckt auf sie herab. Es sind die letzten in der Nahrungskette.
Ihr täglicher Lohn ist Spott und Hohn. Und leider sind die allermeisten dieser Menschen Analphabeten. Der Analphabetismus ist leider ein verbreitetes Phänomen in Rumänien. Daher bauen wir auch Schulen neu auf und setzen die Schulpflicht dort durch. Und vielleicht versteht nun einer, warum ich stets humanitäre Hilfe und Tierschutz in einem Atemzug aussprechen. Es ist eine homogene Masse. Es ist ein winziger Erdball. Die Tafel in Münster geht mich genau so etwas an wie der brennende Regenwald in Brasilien. Somit ist unser Pferdehilfsprogramm nicht nur auf Deutschland beschränkt. Wir sind weltweit im Einsatz.

Doch die wirtschaftlichen Zeiten in Ostrumänien sind die schlimmsten seit über 40 Jahren.
Uns somit leiden dort auch derzeit über 100.000 Arbeitspferde alleine nur in Nordostrumänien.
Pferde sind Fluchttiere, sie haben bei Gefahr Angst. Sie möchten den Gefahrensituationen einfach durch Flucht entkommen. Doch auf drei Beinen geht das nicht. Zu dem massiven Schmerz kommt nun auch noch die Verzweiflung hinzu. Pferde können depressiv werden. Sie können sich selbst aufgeben. Sie bieten sich letztendlich dem Wolf freiwillig an, um den Rest der Herde zu schützen. Pferde sind sensibel. Pferde erkennen alkoholisierte Männer auf dreihundert Meter Entfernung.
Pferde sind einzigartige Geschöpfe. Sie sind ehrlich. Sie lügen niemals.
Pferde heucheln nicht. Sie lieben bedingungslos.
Sie hassen ohne Gnade, z. B. betrunkene Männer.

Sie artikulieren den Schmerz über die Körperhaltung und den Gesichtsausdruck.
Das Pferd auf dem Bild ist ein Arbeitspferd in Rumänien. Die Besitzer dieser Arbeitspferde gehören zu den ärmsten Menschen der EU. Geboren, ohne eine ehrliche Chance.
Und diese Pferde gehören zu den ärmsten Pferden Europas.

Es ist der erste Januar 2023.
Der Equiwent Tierarzt Andrei ist im Dienst, so wie alle von Equiwent.
Die Organisation „Equiwent – Schmiede ohne Grenzen“ gibt es nun seit 20 Jahren.
Andrei behandelte gerade eine Kuh mit Bauchschmerzen. Ein junger Mann kommt angelaufen. Er ist außer Atem. Es ist kalt und ein wenig nebelig. Ostrumänien in seiner schäbigsten Jahreszeit. Der Junge Mann spricht hektisch.
Hilfe, ich benötige Hilfe für mein Pferd.
Andrei erklärte, dass er noch 10 Minuten benötige.
Anschließend setzt sich der junge Mann zum Tierarzt ins Auto.
Ca 10 Minuten Autoweg ergab in etwa eine Stunde Fußmarsch für den jungen Mann. Respekt.
Woher er wusste, wo sich einer der Equiwent Tierärzte aufhält, ist unklar. Doch die Buschtrommeln scheinen zu funktionierten.

Andrei untersucht Corni. Corni ist ganz still.
Seine Ohren gehen nach vorne.
Er hat gerade ein ganz starkes Schmerzmittel in seine Halsvene bekommen.
Den Stich hatte er gar nicht gespürt.
Das starke Schmerzmittel strömt durch seinen Körper.
Er beginnt normal zu atmen.
Die Rippenmuskulatur entkrampft sich.
Der Schmerz lässt nach.
Glückshormone durchfließen seine Zellen.
Der Huf wird geöffnet.
Eiter fließt entgegen.
Wundspülung, feuchter Verband.
Der Tierarzt versorgt Corni mit Antibiotikum und weiteren wichtigen Medikamenten.
Besitzer und Corni rutschten somit gestern unter unserem Rettungsschirm.
Tierarzt, Hufschmied und sozialer humanitärer Dienst werden aktiv.
Warum? Es ist Respekt vor dem Leben, vor jedem Leben.
Und neue Schuhe gibt es demnächst für Pferd und Besitzer.

Heute ist der zweite Januar. Corni ist über dem Berg. Es ist 8.38 Uhr.
Meine Finger fliegen über die Tastatur.
Die dicken Schmiedepranken greifen oft daneben, erwischen andere Buchstaben.
Fehler ohne Ende, Freunde verzeihen mir dies.
Ich habe soeben mit Andrei gesprochen. Er berichtete mir vom Pferd und der Situation, alles gut! Corni frisst und ist munter.

Wir betreiben vier solcher mobilen Tierarztpraxen und eine richtige Pferdeklinik.
Kostenlose Hilfe für alle bedürftigen Tiere. Auch für die Hunde von obdachlosen Menschen.

Ich liebe unsere mobilen Tierarztpraxen.
Es sind Engel auf Rädern.
Aber eine mobile Tierarztpraxis von den „Schmieden ohne Grenzen“ sieht anders aus, als das Auto eines deutschen Tierarztes. Wir benötigen stets Allradantrieb. An Bord ist eine Ausstattung für die Hufbearbeitung und natürlich die Ausstattung für den medizinischen Teil. Zudem gibt es ein tragbares Ultraschallgerät und auch ein mobiles digitales Röntgengerät. Kettensäge, Generator, Axt und Bolzenschussgerät gehören ebenso dazu.
Zudem immer noch 40 Liter Diesel in Ersatzkanistern.

Ich bin selbst der Teil einer solchen mobilen ärztlichen Einsatzstation.
Jetzt, im Januar, werde ich in Rumänien und in Ungarn unterwegs sein.
Wir werden Pferde aus verzweifelten Situationen retten.
Sicherlich warten die meisten Pferde länger auf die erlösende Rettung, als dass es bei Corni der Fall war.
Ich werde berichten und unsere Taten auf Videos zeigen.

Aber in dieser ganzen Zeit wird ein komisches Gefühl in meinem Bauch mitfahren.
Es sind die wirtschaftlichen Ängste. Das Projekt steht und fällt mit der Spendenbereitschaft.
Und ich selbst bin nicht nur ein Pferdefreund und Tierschützer, ich bin auch der Leiter und der Hauptverantwortliche.
Und vielleicht werden wir bis zum Frühjahr sehr schwere Entscheidungen treffen müssen.
Gerade der Januar dürfte ein finanztoter Monat für uns werden.
Ich habe Angst. Eine mobile Einsatzpraxis zu schließen wäre ein Alptraum für mich, für die Tiere und für unser Team.

Aber solange es eben geht, werde ich die Abteilung Pferdehilfe aufrecht erhalten.
Denn wir werden gebraucht, jeden einzelnen Tag!
Und wir liefern, jeden einzelnen Tag!
Und wir dürfen nicht vergessen, die Pferde können nichts für ihre Situation.
Und über die Menschen dürfen wir erst urteilen, nachdem wir einmal ein Jahr in deren Schuhen gelaufen sind …

Ich möchte euch um einen kleinen Gefallen bitten.
Könnte jeder unserer Freunde (der uns 2023 unterstützen wird) diesen Beitrag teilen und ein Herzchen hinterlassen? An der Anzahl der Teilungen und der Herzchen weiß ich, wie groß die Hilfsbereitschaft sein wird.

Danke! Euer Markus Raabe

Equiwent Hilfe – Schmiede ohne Grenzen, ist eine Tierklinik und ein Team aus internationalen Tierärzten und Hufschmieden, weltweit im Einsatz.
Kostenlose Hilfe für Tiere in Not.

Viele Grüße,
das Team Equiwent & Markus Raabe

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